Kapitel 7: Besser werden (Was soll ich zeichnen?)

Diese Tipps sind Teil des E-Books:


Nach Kritik fragen

Um Besser zu werden, muss man oft wissen, worin genau man sich verbessern könnte. Oft weiß man das leider gar nicht. Da hilft Kritik von anderen.

Such dir ein paar Leute und bitte sie, deine Zeichnungen zu kritisieren. Frag nicht „Wie findest du das Bild?“ sondern „Was gefällt dir an dem Bild nicht?“ „Was könnte ich besser machen?“ „Welche Stellen sehen unfertig aus?“.

Einige Fehler wiederholen sich immer wieder, zeige deinen Kritikern also am besten mehrere Bilder, nicht nur eines.

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Keine Angst vor Fehlern

Du hast das Recht etwas falsch zu machen! Es macht nichts, wenn dir mal ein Bild nicht so sehr gelingt, das kann passieren.

Durch Fehler lernt man. Vor allem, wenn du die Fehler erkennst, bist du schon einen großen Schritt weiter, als wenn du denkst, deine Bilder seien perfekt. Du kannst es beim nächsten Mal einfach besser machen, denn jetzt weißt du ja, was beim ersten Versuch falsch lief.

Und vergiss nicht, perfekte Bilder gibt es nicht! Fehler sind gut, denn an ihnen kannst du wachsen!

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Bilder objektiv betrachten

Stell dein Bild irgendwo hin und geh ein paar Schritte zurück. Betrachte es aus größerer Entfernung. Beim Zeichnen kann es passieren, dass du mit der Nase fast auf dem Blatt klebst und vom Gesamtbild gar nichts mehr wahrnimmst.

Es hilft auch das Bild einige Tage wegzuschließen und dann wieder anzusehen. Dir werden wahrscheinlich sofort Dinge und Fehler auffallen, die du kurz nach dem Zeichnen gar nicht beachtet hast.

Es gibt eine weitere Möglichkeit: Scanne dein Bild ein und spiegle es. Dadurch fallen dir eventuell Fehler besser auf. Es ist, als würdest du das ganze von einer anderen Seite aus betrachten. Dein Blick gewinnt wieder etwas an Objektivität, die man beim stundenlangen Arbeiten an einem Bild leider oft verliert.

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Wiederholung

Zeichne etwas immer und immer wieder. Du wirst dir die Linien einprägen und es geht mit jedem Mal leichter. Auch alte Bilder kannst du versuchen nach Monaten oder Jahren neu zu zeichnen. Sieh sie dir an und denk darüber nach, wo die Fehler liegen und was du mittlerweile besser kannst. Dann setzte genau das um.

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Anatomiestudien

Vergleiche die Körper deiner gezeichneten Charaktere mit echten Menschen. Sehen sie immer noch richtig aus, wenn du ihnen die Kleidung und ihre Haare wegnimmst?

Zeichne Figuren ohne Haut. Wie verlaufen die Muskelstränge? Zeichne ein Skelett und stell dir vor, wie weit sich welcher Knochen bewegen lässt.

Was auch sehr hilft, ist das zeichnen von realen Menschen. Bitte jemanden dir Modell zu stehen. Schau dir an, wie ein Mensch wirklich aussieht, anstatt ihn nur aus deiner Vorstellung heraus zu zeichnen.

Solltest du keinen echten Menschen finden, der sich so lange stillhalten möchte oder sich fotografieren lässt, kannst du auch in Modezeitschriften fündig werden. Zudem ist es nie verkehrt, eine Gliederpuppe zu besitzen. Wobei die Qualität hier sehr wichtig ist. Es gibt billige Modellpuppen mit völlig falschen Proportionen.

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Feste freie Linien

Arbeite mit Kugelschreibern oder anderen Stiften, die sich nicht so leicht ausbessern lassen. Keine Radiergummis. Du musst dich dadurch besser konzentrieren, um nichts falsch zu machen. Manchmal entstehen Linien, die du zwar nicht gewollt hast, aber neue Ideen für nette Details liefern.

Verwende keine Lineale, du schränkst dich dadurch ein und wirst langsam. Wie willst du jemals lernen, freihändig einen geraden Strich zu zeichnen, wenn du es nie versuchst?

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Perspektiven üben

Wenn deine Zeichnungen platt wirken oder du die Techniken noch nicht beherrscht, such dir Tutorials über verschiedene Perspektiven und mach Übungen dazu. Fang an dreidimensional zu zeichnen. Und Zeichne einen Gegenstand von allen Seiten und mit möglichen Verzerrungen.

Viele denken, dass das zu kompliziert für sie ist, aber perspektivisch Zeichnen ist eigentlich ganz leicht. Man kann natürlich schätzen, wo welche Linie hingehört, aber nicht mal das muss man tun, es gibt einfach verständliche Regeln, wie du alles konstruieren kannst. Du bekommst das hin. Jeder kann es lernen.

Dir mag der Aufwand vielleicht hoch erscheinen, aber er ist es wert! Die Qualität eines Bildes steigt stark an, wenn du richtige Perspektiven konstruierst.

Such dir Anleitungen zum Konstruieren von Fluchtpunkten und Hilfslinien. Erkundige dich, welche Perspektiven es gibt und wie man sie am besten darstellt. Bei Personen kann für die Perspektive auch eine Modellpuppe zu Hilfe genommen werden.

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Genau hinsehen

Beobachte deine Umgebung genau. Je besser du dir etwas vorstellen kannst, desto besser bist du in der Lage, es zu zeichnen. Manchmal ist man sich sicher zu wissen, wie etwas aussieht. Das ist aber leider oft nicht so. Schau dir die Form an und wie die Schatten fallen.

  • Wo trifft das Licht auf?
  • Welche Farbe hat es an den verschiedenen Stellen?
  • Ist das wirklich rot oder doch eher ein grau-rot oder ein dreckiges orange-rot?

Du kannst das auch üben, indem du etwas fotografierst und es dann abpaust oder nur die Umrisse von etwas zeichnest. Die Linien verlaufen oft anders als in deiner Vorstellung. Nimm dir einen Ausschnitt des Bildes vor und zeichne Farbproben auf ein Blatt. Vergleiche sie mit dem Bild, um genau denselben Ton zu treffen. Eine gute Gelegenheit übrigens, das Mischen von Farben zu üben.

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Kurse besuchen

In Zeichenkursen kannst du neue Techniken lernen und Kritik erhalten. Du triffst auf Zeichenlehrer, die dir zeigen, was genau du noch verbessern könntest und in welchen Bereichen du noch etwas mehr Übung benötigst.

Zudem lernst du dort auch Zeichner kennen, die überraschend anders arbeiten als du. Mit ihnen kannst du wertvolle Tipps austauschen.

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Zeichnertreffen

Auf Zeichentreffen triffst du ebenfalls Gleichgesinnte, bei denen du vielleicht noch etwas abschauen kannst. Manche lassen dich sogar ihre Materialien ausprobieren. Sieh dir an, wie andere etwas zeichnen, lerne aus ihren Techniken und tausche Ideen mit ihnen aus.

In deiner Nähe finden keine Zeichentreffen statt? Schade… Nein! Halt! Wenn das jeder denkt, wird nie irgendwo eines stattfinden. Die Lösung: Organisiere selbst eins!

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Immer Zeichnen

Es gibt kein Talent, auch wenn viele das denken. Man setzt sich nicht hin und sagt:„Jetzt bin ich Zeichner!“. Man lernt es durch jahrelanges Üben und harte Arbeit. Zeichnen lernen kann sehr lange dauern, aber es macht vielen einfach Spaß. Es ist nichts, was man eben kann oder nicht kann. Man muss üben und trainieren, wie bei allen anderen Dingen auch. Zeichne in jeder freien Minute. Egal was und wenn es nur ein paar Striche oder Kreise sind. Du wirst mit jedem Millimeter Farbe etwas sicherer in deinen Linien werden.

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Pause machen

Gelerntes muss sich im Kopf festsetzen und das braucht Zeit. Dein Kopf ist aber nicht durchgehend aufnahmefähig. Deswegen ist es wichtig zwischendurch Pausen zu machen. Gönn dir einen Tag Ruhe, um die gelernten Zeichentechniken zu verarbeiten. Danach kannst du dich mit neuer Energie wieder voll konzentrieren.

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Posenmaniacs (Webtipp)

Es gibt einige viele Internetseiten, mit deren Hilfe man sich verbessern kann. Eine ganz besonders nützliche davon ist http://www.posemaniacs.com. Dort kann man sich einen Menschen ohne Haut in verschiedensten Posen aus unterschiedlichen Perspektiven ansehen. Dadurch übst du nicht nur Anatomie, sondern lernst auch schnell Zeichnen.

Mithilfe der 30-Sekunden Übungen auf dieser Seite, verbessert sich deine Darstellungsweise von Figuren enorm. Wenn du das jeden Tag nur 5 Minuten lang machst, hast du nach einer Woche schon 70 neue Posen gezeichnet!

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Drawception (Webtipp)

Eine weitere Seite ist „https://drawception.com/“. Hier geht es eher um das digitale Zeichnen. Es handelt sich um eine Art Spiel. Man zeichnen dort Bilder nach einem Text. Anschließend versucht jemand anderer zu Beschreiben, was das Bild darstellen soll. Nach dieser Beschreibung zeichnet wiederum jemand anderer ein Bild. Dort wird nicht nur deine Kreativität gefordert, es entstehen auch ganz nebenbei sehr lustige Bilderreihen.

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Zeichner Communities

Es gibt hunderte von Communities zum Thema Zeichnen, denen du im Internet beitreten kannst. Suche dafür am besten auf Social Media Seiten nach Gruppen oder über Suchmaschinen nach ihren Webseiten. Durch sie erhältst du Kritik für deine Bilder, lernst neue Leute mit denselben Interessen kennen und kannst viele Tipps über Techniken und Zeichenmaterial austauschen. Es gibt sie zu verschiedensten Themen und nicht alle sind vielleicht für dich geeignet. Such einfach ein wenig danach und durchstöbere auch ihre Foren, um herauszufinden, welche der Gruppen dir zusagt. Es gibt Unzählige, in denen du deine Bilder präsentieren kannst.

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Zeichnerblogs

Such im Internet nach verschiedenen Künstlerblogs. Je nachdem, was der jeweilige Künstler macht, beschäftigen sich diese mit verschiedenen Themen.

Viele Zeichner stellen nicht nur ihre Bilder online. Auch Anleitungen, wie die Bilder entstehen, sind auf Blogs oft zu finden. Dort findest du oft außerdem hilfreiche Tutorials und Tipps direkt von den Künstlern persönlich. Du kannst ihnen Kommentare schreiben und konkrete Fragen stellen, um Hilfe zu erhalten.

Wenn du neben dem Zeichnen auch gerne schreibst, kannst du selber versuchen, einen Blog über das Zeichnen aufzubauen. Dadurch, dass du für die Artikel deine Bilder genauer analysierst, kannst du dich sehr schnell verbessern.

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Videos ansehen

Tutorial Videos bieten eine gute Möglichkeit Neues zu lernen. Du kannst anderen beim Zeichnen zusehen und deine Arbeitsweise mit der ihrigen vergleichen. Was machen sie anders? Was kannst du selbst schon besser und was die Person im Video? Sieh dir die Videos aber nicht nur an, sondern mach das in ihnen gezeigte nach und probiere selbst Dinge aus. YouTube ist ein guter Ausgangspunkt, um Videos übers Zeichnen zu finden.

 

Du hast den Stift noch in der Hand? Dann wird es jetzt höchste Zeit dafür! Los los los!

 


 

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