Tutorial: Lesezeichen zeichnen – Arbeitsweise

 

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Größe: 14,8cm x 5,2cm

„Zwei Welten“, das ist der Titel meiner endlich fertigen Lesezeichen. Es handelt sich um sehr dicht besiedelte Wohnräume und wer genau hinsieht, kann dort auch Wesen herumwuseln sehen.

Hier könnt ihr noch mal ein paar Zwischenschritte vom Zeichenprozess verfolgen und etwas mehr über meine Arbeitsweise erfahren.

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Werwendet hab ich wie fast bei all meinen Bildern wasservermalbare Wachsmalkreiden.

(Neocolor II von Caran d’ache)

Mittlerweile besitze ich 126 verschiedene Farben. Eigentlich könnte man ja auch welche davon Mischen, aber ich hab lieber eine größere Auswahl.

Mithilfe der Farbtabellen aus meinem Skizzenbuch weiß ich immer sofort welche Farben ich brauche. Damit jetzt von denen auch möglichst viele zum Einsatz kommen, sollen die Lesezeichen ganz bunt werden.

Das Papier: Etival Clairefontaine, feinkörnig 300g/m²
Feinkörnig heißt nicht glatt. Normalerweiße benutze ich sehr glattes (satiniertes) Papier, aber neues ausprobieren schadet nicht. Jetzt weiß ich, dass ich bei meinem glatten Papier bleiben werde. Es fühlt sich einfach besser an beim Zeichnen und man kann mehr Details unterbringen. Beim Miniaturzeichnen stören diese Hügel des raueren Papiers ein wenig.

 

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Ein sehr wichtiges Werkzeug für mich ist mein Wassertankpinsel zum vermalen der Farben. Teilweise verwende ich auch meinen Finger zum verwischen, aber mit dem Wassertankpinsel geht das viel einfacher. Seit ich ihn habe verwende ich so gut wie keinen anderen Pinsel mehr. Mit ihm braucht man kein extra Wassergefäß wenn man unterwegs ist.

 

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Ich arbeite übrigens teilweise über Kopf! Das sieht manchmal ein wenig komisch aus…

Je nachdem wie viel Wasser ich gerade aus dem Wassertankpinsel brauche. Wenn der Pinsel nach oben zeigt kommt nämlich weniger Wasser raus und die Farbe wird dadurch dicker und kräftiger.

Das Bild hab ich dabei immer in der Hand. Es liegt hier eigentlich nur zum Fotografieren so grad auf dem Tisch. Manche würden sich wundern was für Verrenkungen ich beim Zeichnen mache :D

 

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Eine Pailette zum Mischen der Farbe brauche ich nicht, das mache ich direkt auf dem Papier. Die Wachsmalkreiden trocknen zudem sehr schnell und man kann dann leicht mehrere Schichten durchscheinend übereinander zeichnen und Farben somit in bestimmte Richtungen „ziehen“, z.B. dunkler oder heller machen.

Je mehr Wasser man verwendet desto mehr sinkt die Deckkraft. Man kann also Bilder mit den Wachsmalkreiden wie Aquarelle aussehen lassen oder aber auch deckend zeichnen, wie mit Öl. Die Möglichkeiten sind hier ziemlich groß.

 

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Wie ihr seht, hab ich bei meiner Arbeitsweiße leider einen hochen Küchenrollenverbrauch. Zum einen wische ich daran immer den Pinsel ab und zum anderen kann man mit ihnen leicht Wasser vom Bild saugen, wenn mal zu viel drauf kommt. Ich sollte mir mal abwaschbare Tücher besorgen… (EDIT 2015: Mittlwerweile verwende ich auswaschbare Mallappen dafür)

Zum Thema vom Bild etwas wegnehmen gibt es eine Methode die ich nicht oft verwende: Die Wachsmalkreiden kann man bei vielen Schichten auch abkratzen bzw. mit dem Finger wieder etwas abnehmen. Dadurch wird die Farbe sichtbar, die sich darunter befindet. Wenn man dazu allerdings den nassen Pinsel verwendet, mischen sich die Farben der einzelnen Schichten.

 

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Oft erkennt man erst am Ende was es werden soll, wenn ich die kleinen Details einzuzeichne. Dieser Schritt dauert meistens am längsten.

Die Arbeit ist ziemlich fuzzelig macht aber viel Spaß! Es ist der Schritt beim Zeichnen, bei dem sich entscheidet, ob das Bild gut wird oder ob ich es doch noch in den Müll werfen muss.

Ich hab die Farben am Computer für den Druck etwas verstärkt. Die richtige Druckerei zu finden ist gar nicht so einfach. Für dieses Lesezeichen war ich in 3 verschiedenen Druckereien, leider kam keine davon dem Original nahe. Letztendlich hab ich mich dann für eine Onlinedruckerei entschieden.

Wenn ich jetzt die Drucke mit dem Original vergleiche, fehlen zwar sehr viele Details, allerdings sind die Farben durch das Bearbeiten am PC viel schöner und kräftiger geworden.
 

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Fertig! Ihr dürft mir auch gerne eure Geschichten über die Motive erzählen.

 

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Diese zwei Welten sind voll gestopft mit Milliarden von Lebewesen. Was sie dort wohl für Abenteuer erleben? Vielleicht sind es Weltenbauer? Vielleicht haben sie etwas mit Farben zu tun? Vielleicht sehnen sie sich nach mehr Platz? Vielleicht warten sie auch nur darauf, bis ihr ein Buch lest, das ihnen gefällt, um dann vom Lesezeichen in eure Bücher hinein zu hüpfen und in die Geschichte einzutauchen…

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

 
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