Keramikpapier

Da man im Internet anscheinend wenig darüber findet, dachte ich, es würde euch freuen, wenn ich meine Erfahrungen mit dem Keramikpapier hier mit euch teile. Das Papier, das ich durch meinen Künstleradventskalender testen durfte, ist nämlich wirklich genial. Nicht perfekt, aber es bietet einige Vorteile.

Hier seht ihr meinen ersten Versuch auf dem Papier mit Neopicolinern:

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Originalgröße: 6,4cm x 8,9cm

Es ist sehr hitzebeständig, und hält gebrannt angeblich bis zu 1600°C aus. Es wird vorwiegend für Stempel verwendet.

Es ist unempfindlich gegen die meisten Korrosionsmedien mit Ausnahme von Fluor- wasserstoff- und Phosphorsäure und starken Alkalien.
(Quelle: dp-feuerfest.de)

Durch die glatte Oberfläche, kann man wahnsinnig viele Details zeichnen.

Hier könnte ihr einen kleinen Zwischenschritt meiner Karte sehen
(zur Coloration verwendet: Neocolor II):

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Im Nachfolgenden Beschreibe ich, wie vesrchiedene Farben auf das Papier reagieren.


Wasserfarbe

Ich denke, dass man auch mit Aquarellfarben das selbe Problem wie mit meinen Wachsmalkreiden haben wird. Mit diesen habe ich es getestet. Es ist so gut wie unmöglich mehrere Schichten übereinander zu zeichnen. Das Keramikpapier könnte man als Mischpalette benutzen, es wird kaum Farbe eingesaugt und man kann sie super direkt auf dem Papier mischen. Sobald man über eine bereits bemalte Stelle kommt, löst sich die Farbe an dieser Stelle wieder ab. Man kann dadurch natürlich beinahe beliebig oft etwas wieder ausbessern. Zudem finde ich die Farbe auf dem Papier sehr kräftig, gerade weil sie kaum einsickert. Und mit etwas Übung lassen sich auf Farbverläufe erzeugen.

Was man auf jeden Fall noch besonders hervorheben muss: Das Papier wellt sich nicht! Egal wie viel Wasser man draufplatscht, es bleibt glatt.


Tinte

Bei Tinte hatte ich das Gefühl, dass sie etwas besser einsickert als Wasserfarbe. Allerdings hab ich nur weiße Tinte versucht bisher. Trotzdem denke ich, dass das Keramikpapier sicher nicht schlecht ist für Tinte oder Tusche Zeichnungen.


Farbstifte

Auch mit Farbstiften kann man darauf sehr genau zeichnen. Allerdings ist es etwas schwerer zu vermalen, man sieht jeden einzelnen Strich und bei Farbverläufen muss man sich schon ein wenig anstrengen, damit diese gleichmäßig werden.

Man sollte bei Farbstiften gut aufpassen, dass man nicht zu fest aufdrückt, da das Papier dann zusammengepresst wird (und auch an diesen Stellen auch bleibt). Ebenso verhält es sich übrigens mit Gelstiften, diese sind für Keramikpapier eher ungeeignet.


Bleistift

Das aller coolste sind natürlich Skizzen auf diesem Papier. Man kann so gigantisch dünn zeichnen, das hab ich noch nie gesehen. Einziger Nachteil ist, dass man die Bleistiftstriche so gut wie gar nicht mehr wegbekommt. Raddieren funktioniert hier leider weniger gut. Trotzdem macht es großen Spaß mit Bleistiften drauf zu zeichnen, da der Stift richtig schnell übers Papier rutscht und Skizzen um einiges weniger Zeit benötigen.


Liner

Liner kann man auf dem Keramikpapier auch super einsetzten. Auch sie gleiten sehr schnell dahin auf der glatten Oberfläche. Es gibt einen Nachteil, den man jedoch auch als Vorteil sehen kann. Die Liner halten nicht so gut drauf. Beim übermalen hab ich zwar kein Verschmieren festgestellt, aber man kann die Farbe mit den Fingern oder einem Radiergummi abschwächen und fast ganz verschwinden lassen. Dadurch kann man coole Effekte erzielen.


Copics

Anders als bei Wasserfarben ist mir aufgefallen, dass die Markerfarbe sofort vom Keramikpapier aufgesaugt wird und sekundenschnell trocknet. Ein verblenden ist somit unmöglich. Es ist mir nicht gelungen einen Farbverlauf zu erzeugen. Die Farben wirken trotzdem sehr kräftig. Auch bluten die Stifte trotz dem schnellen Trocken nicht aus, es lassen sich gestochen scharfe Kanten erzeugen, die Striche wirken unverrückbar fest. Für einen Comic-Look wär das Keramikpapier also perfekt geeignet.

 

Das wars. Falls jemand von euch weitere Infos zum Papier hat, dürft ihr euch hier gerne melden!

Meine fertige Karte sieht übrigens so aus:

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Damit ihr seht, wie viele Details man auf der glatten Oberfläche zeichnen kann, hab ich euch noch eine vergrößerte Ansicht der Karte hochgeladen:
Karte Nr. 320

Man kann mit dem Keramikpapier anscheinend auch richtige Figuren gestalten. Damit habe ich mich jedoch noch nicht genauer beschäftig. Hier ein Artikel dazu, falls es jemanden interessiert.

Wie findet ihr das Keramikpapier?

 

Weitere Papiertests:
Steinpapier
Lanavanguard

1 Kommentar

  1. […] Hier seht ihr den mehrstöckigen Lesesaal einer Bibliothek. Von oben kommt das Licht der unter gehenden Sonne durch die Glaskupel. Es gibt Leuchtbommel, in denen sich Irrlichter befinden. Diese Bommel können von den Lesern herbeigerufen werden, sie können Leser durch die Bibliothek verfolgen. Vor allem Nachts, wenn alles eher düster wirkt, sind sie ein große Hilfe. Was hier wohl für Bücher stehen? Welche Schätze sich wohl in ihnen verbergen? Hier könnt ihr euch Zwischenschritte ansehen und mehr über das Keramikpapier erfahren. Ich hab dort auch versuch zu beschreiben, wie sich verschiedene Farben auf dem Papier verhalten: http://blog.sockenzombie.de/2014/12/23/keramikpapier/ […]

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