Aquarellfarben – Test (W&N, Schmincke, WhiteNights)

Cotman (Winsor & Newton) – Näpfchen

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Von dieser Marke stammen meine ersten Aquarellfarben. Sie besitzen eine hohe Qualität, weshalb ich die wohl von Anfang an gewohnt war. Ich hab 40 verschiedene 1/2 Näpfchen, es gibt also eine große Farbvielfalt.

Es handelt sich um sehr kräftige Farben die man mit Wasser sehr weit variieren kann.
Was mich ein wenig gestört hat ist, dass einige der Farben anfangs immer wieder aus ihren Näpfchen gefallen sind. Da die Farben teilweiße eine andere Form hatten als die Näpfchen.

Die Farben lassen sich nach dem Trocknen nur schwer wieder anfeuchten, was einerseits aber gut ist, da man andere Farbschickten drüber legen kann, ohne dass sie verschmiert andererseits lassen sich Fehler die zu spät auffallen nur schwer wieder beheben.

Vom Preis her sind sie für mich nicht zu schlagen und ich muss mir noch gut überlegen, was ich mache wenn sie mir ausgehen. Ob ich mir wirklich die teuren Horadam von Schmicke kaufen werde… Reizen würde es mich ja, oder aber doch wieder diese hier. Am liebsten hätt ich jedoch gerne mal die original Farben von W&M. (Anmerkung: Tja, da wusste ich noch nicht bescheid…)

Ich mache mir übrigens immer Farbtabellen in mein Skizzenbuch, damit ich sehen kann, wie die Farben auf dem Papier aussehen. Bei manchen Näpfchen ist es sehr schwer erkennbar welchen Farbton sie enthalten. Hier meine Einträge für die Cotman W&N:


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White Nights – Näpfchen

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Von White Nights besitzte ich zwei ganze Näpfchen aus dem Wanderpaket, einmal Cölinblau und einmal Sepia.
Das blau ist Geschmackssache, die Farbe ist nicht sehr stark, was aber wahrscheinlich am Farbton liegt. Ich werde sie wohl nicht mehr verwenden, weil ich nicht wüsste für was, meine W&N blaus sind einfach viel kräftiger.

Ebenso musste ich feststellen, dass die Farbe nach dem Trocknen ein wenig „stumpfer“ wirkt als die von W&M oder Schmincke. Bei Malen fällt das nicht auf, ich hab für den Test ein eher saugstarkes Papier benutzt was den Effekt wohl nach dem Trocknen noch verstärkt.

Die Farbe trocknet übrigens sehr schnell, ein Vorteil wenn man mit verschiedenen Schichten arbeitet, ein Nachteil wenn man viele Farbverläufe machen möchte.

Was mich aber sehr beeindruckt, ist der Sepiaton. Man braucht von ihm wirklich nur minimal etwa auf dem Pinsel und kann die Farbe so variiren mit Wasser wie ich es noch bei keiner anderen Aquarell-Näpfchenfarbe gesehen hab, denn die Farbe ist unglaublich kräftig. Einziger Nachteil der mir aufgefallen ist: Die Farbe wird körnig, wenn man sie zu sehr verdünnt, dann bilden sich viele schwarze Punkte. Aber dicker angewendet ist sie perfekt für Schatten.

An die durchsichtigen Näpfchen musste ich mich erst mal gewohnen, auch sonnst sieht es nach einer billigeren Verarbeitung aus, was natürlich nichts am Ergebnis ändert. Der Sepiaton ist auf jedenfall nicht mehr wegzudenken aus meinem Kasten.

Vom Preis her für Anfänger auf jeden Fall auszuprobieren, wobei ich das Gefühl hab, dass die Farbqualität sich bei verschiedenen Farbtönen sehr unterscheidet.

Und hier die beiden Farbproben aus meinem Skizzenbuch:


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Schmincke Horadam – Näpfchen

Ich besitze ein ganzes Näpfchen von Phthalogrün:

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Was mir als erstes auffgefallen ist, ist die Verarbeitung des Näpfchens, die Farbe passt perfekt rein und es sieht wirklich nach einer höheren Qualität aus als bei W&N oder White Nights. Das ist aber auch schon der einzige Unterschied, der mir zu Beginn zu den W&N Farben auffällt. Ich fühle mich nur anders beim Malen, als würd ich mehr Geld verpulvern, gleichzeitig aber auch gut, weil das Näpfchen etwas edler wirkt.

Anfangs war ich nicht so begeistert von dem Farbton, aber mittlerweile hab ich ihn sehr gerne. Am Endergebnis kann ich wenig Unterschiede zu den preiswerteren W&N Farben von Cotman feststellen. Vielleicht minnimal feinerer Auftrag. Sollte jemandem doch was auffallen, würds mich freuen das zu hören, ich besitze leider nur die eine Farbe und kann nicht all zu viel vergleichen. Schreibt mir einfach einen Kommentar.

Einen Nachteil an ihnen muss ich aber noch erwähnen, die Farbe passt im Gegensatz zu dem WhiteNights Näpfchen nicht in meinen W&N Kasten rein. Wenn ich mir mal mehr davon kaufen sollte, müssen es halbe Näpfchen sein, die könnten vielleicht reinpassen.

So sieht sie übrigens auf Papier aus:


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Reeves Water Colour – Tuben

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Diese Farben sind meiner Meinung nach einfach gigantisch, ich liebe sie, weil sie eine hohe Deckkraft besitzen (wenn man sie stark verdünnt natürlich nicht mehr, aber ich schätze mal alle Tubenfarben sind so, ich kenn nur keine anderen) Sie sind sehr nützlich, wenn ich mal etwas übermalen will oder helle Akzente auf dunklem Hintergrund setzen mag. Ihre Farben sind so intensiv und übertreffen Näpfchenfarben bei weitem.

Ich hab keine Ahnung wie viel sie gekostet haben, da ich sie irgendwann mal als Kind geschenkt bekam, sie sind also bestimmt schon um die 10 bis 15 Jahre alt.

Was mich sehr an ihnen stört, sind die Deckel. Die halten nicht richtig! Also man kann sie schon noch dranschrauben, aber die Oberseite geht immer ab, man schraubt also nur noch offene Röhrchen dran. Liegt wohl am Alter der Farben, ist aber nervig, weil die Farben austrocken.

Dagegen hab ich mir mit einem Trick beholfen, ich leg einfach Alufolie unter die Deckel, das hat bis jetzt gut gehalten und die Farben bleiben frisch. Zum wo mitnehmen halte ich sie für weniger geeignet.

 

 

Winsor&Newton – Artists‘ Water Colour

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Erst mal einen großen Dank an Eller, denn sie ist schuld, dass ich diese Farben hab. Nichts ahnend öffnete ich letztens den Briefkasten, um gleich 9 halbe Näpfchen von ihr darin vorzufinden. :)
Zu den Näpfchen erst mal, es sind die selben wie bei den W&N Cotman Farben und auch hier sitzen die Farben darin wieder sehr locker, man muss gut aufpassen, dass man sie nicht umdreht, jedenfalls am Anfang. Nach einiger Verwendung nehem ich an, halten sie bestimmt genau wie die Cotman Farben.

Edler als die WhiteNights sehen sie aus und auch ihr Farbauftrag ist um einiges kräftiger. Leider kann ich sie nicht mit Schmicke vergleichen, da der Farbton den ich besitze ein komplett anderer ist, aber es kommt mir etwa gleich vor. Sollte ich mal an einen ähnlichen Farbton von Schmincke kommen wie einer der W&N Artists, reich ich diesen Vergleich hier nach.

Die Trockenzeit ist um einiges langsamer als bei den White Nights, die sehr schnell ins Papier sickern, was Farbverläufe zwar nicht unmöglich, aber um einiges schwerer macht. Ich denke sie trocknen sogar langsamer als bei Schmincke, das ist für meine Zeichentechnik nass in nass ideal, also ein paar Minuten kann man bei viel Wasser und Farbe schon warten. Je länger sie brauten, desto besser für mich, da muss man sich nicht so beeilen damit auch keine Ränder entstehen.

Und nun zu den Unterschieden der beiden W&N Marken. Ich weiß nicht wie sie es gemacht hab, aber die liebe Eller hat es tatsächlich geschafft von all den Farben eine einzige zu treffen, von den 40 Stück, die ich bereits als Cotman Farbe besitzte (Danke für die super Auswahl!) und zwar Dioxazine Violet. Diese beiden habe ich verglichen.

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Ich finde die Original hier minimal (wirklich nur sehr minimal) kräftiger als die von Cotman und die Pigmente kommen mir etwas feiner vor. Nach einer kurzen Wartezeit hab ich versucht beide Farben wieder anzufeuchten und vom Papier zu lösen, wobei sich die von Cotman besser wieder lösen lässt, während die Artists‘ Farbe schon sehr fest im Papier zu sein scheint, was für mich ein Pluspukt ist. Wobei ich sagen muss, dass diese Technik in meinen Bildern keine Verwendung findet. Ob das Endergebnis jedoch Wasserfest ist, wage ich nicht zu behaupten.

Während mir der Farbton Terre Verte (Yellow Shade) weniger zu sagt (die Konsistenz ist mir ein wenig zu milchig), hab ich mich sofort in das Winsor Blue (Red Shade) verliebt. Zudem gefällt mir Perylene Violet sehr, in die Richtung hatte ich bis jetzt gar nichts. Das ist aber alles Geschmanckssache und hat nichts mehr mit dem Test zu tun.

Auch für die Artists‘ hab ich natürlich einen Eintrag gemacht:

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Lichtechtheit

Natürlich kann ich zu keiner von den Farben bisher etwas zu Lichtechtheit sagen, weswegen ich ein kleines Experiment gestartet hab: Von jeder Marke Farbe(n) auf zwei mal auf ein Stück Aquarellkarton, ein Karton der Paare bleibt in einer dunklen Schachtel in meinem Regal, die anderen Stücke werd ich offen liegen lassen und schaun, dass sie jeden Tag ein wenig Sonne abbekommen.
Sobald die ersten Ergebnisse vorliegen, teile ich euch mit, wie das Experiment verlaufen ist.

 

 

All diese Farben kommen übrigens nicht an mein Lieblingsmaterial ran. Wasservermalbare Wachsmalkreiden von Caran’d ache. Deswegen widme ich ihnen auch einen gesonderten Eintrag:

Wachsmalkreiden

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