Eine Kunstkarte entsteht – von der Idee bis zur Umsetzung

1. Das Thema

Am Anfang steht meistens ein Thema oder ein Wunsch. Drei Wege, wie ihr zum Beispiel an so was ran kommt:

– eigenes Thema für eine freie Karte zum Tausch oder zum Versteiger oder Verlosen

– eine Sammel- und Tauschaktion oder andere Aktionen in Kunstkartencommunities

– eine Person, die sich was von euch wünscht (fragt nach bei den Leuten oder ihr werdet gefragt)

In diesem Fall, hat sich „EraserQueen“ volgendes von mir gewünscht: „a mountainside community, with water“. Ähnlich wie die Karte aus meinem Farbgebungstutorial.

Ich muss gestehen, bei solchen „ähnlich wie“ Wünschen hab ich immer das Problem, dass ich eigentlich nichts zwei mal zweichnen möchte. Ich probier lieber immer neue Themen und Ideen aus. Deswegen überlege ich mir als nächstes, wie ich die Karte verändern kann und dabei den Wunsch trotzdem noch zu erfüllen.

 

2. Ideen und Geschichten

Meine Hauptregel heißt „Geschichten erzählen“. In jedem Bild will ich sie unterbringen, möglichst viele.

Deswegen versuche ich auf meinen Karten immer verschiedene Elemente unter zu bringen, über die man nachdenken kann. Dinge, die nicht alles auf den ersten Blick preisgeben.

Für oben genannte Idee hab ich mir überlegt, dass Nomaden als Gemeinschaft ganz cool wären. So eine „Cummunity“ ist eher ungewöhnlich. Um das ganze noch mal interessanter zu gestalten, wird es sich um fliegende Nomaden handeln. Vielleicht technisch hoch entwickelte? Vielleicht transportieren sie Leute über die Berge und verlangen dafür Geld. Vielleicht treiben sie Handel oder bauen irgendwo in den Bergen Nahrung an.

Und eine Spalte soll im Boden sein, eine große. Vielleicht verursacht durch ein Erdbeben, Bulkanausbruch, Erdkrustenverschiebung oder das Schwert eines Riesen, wer weiß? Die Geschichte kommt immer auf den Betrachter an.
Zudem wird alles grün und mit Büschen überwachsen sein, denn die Spalte ist da schon lange Zeit im Boden.

Ach ja, Wasser, ein Wasserfall muss auch noch mit drauf. Darf ich nicht vergessen!

 

3. Umsetzung

Welches Material verwendet ihr für eure Bilder? Ich hab mich hier für Wachsmalkreiden entschieden, weil ich sie am liebsten hernehme und schon länger nichts mehr mit ihnen gemacht hab.
Hier findet ihr mehr über meine Wachsmalkreiden und könnt nachlesen, welche genau das sind.

Als Papier ist 300 g/m^2 starkes Aquarellpapier von Clairefontaine. Es ist sehr glatt und hat einen leicht gelblichen Stich.

Und das ist die Vorzeichnung mit Bleistift, schon mit etwas Farbe und ein späterer Zwischenschritt:

 


sockenzombie

sockenzombie


Wenn das Bild selbst fertig ist, muss es noch auf die richtige Größe zugeschnitten werden. Es soll exakt 6,4cm x 8,9cm groß sein. Einige Stellen helle ich noch mit ein wenig weißer Tusche auf, um mehr Licht in das Motiv zu bringen. Das hier ist am Ende dabei rausgekommen:

 


sockenzombie

 

 

4. Fertigstellung und Versand

Um ehrlich zu sein, mag ich diesen Schritt am wenigstens, zeichnen und Ideen erfinden ist viel schöner. Aber die Karte soll ja in die Welt hinaus und nicht in meinem Schank verstauben.

Am Ende gestalte ich also noch die Rückseite. Dafür kleb ich ein Pergamentbriefpapier hinten drauf und Beschrifte sie mit meim Namen und meiner Blogadresse und dem aktuellen Jahr.

Die Ecken schneide ich mit einer Schere minimal rund zu. Dadurch knicken sie nicht so schnell um und mein Bild wirkt etwas stabiler. Das ist übrigens auch ein guter Trick für ganze Bücher, vor allem wenn man sie oft liest.

Die Karte geht ins Ausland, deswegen muss ich sie noch gut verpacken und bei der Post abgeben. Sie kommt in eine durchsichtige Hülle und wird mit Tesa zugeklebt, so wird sie nicht nass. Wenn man sie auf Papier klebt, das so groß ist, wie der Brief, kann sie auch nicht hin und her rutschen und es wird schwerer, sie von außen zu erfühlen, was den Brief sicherer macht.

 

Das wars von mir für heute.

 

Habt ihr auch Kartentutorials oder Anleitungen oder Abläufe, wie ihr eure Karten erstellt? Ihr dürft sie unten in den Kommentaren gerne verlinken :)

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